125 Jahre ASB

Im Jahr 2013 feierte der ASB bereits sein 125-jähriges Jubiläum.

Die Zeiten ändern sich. Unsere Hilfe bleibt.
Die Geschichte des ASB beginnt 1888 mit dem Engagement von sechs Zimmerleuten in Berlin. Sie waren die ersten, die sich institutionell für verunglückte Arbeiterinnen und Arbeiter einsetzten. Denn früher und vor allem im ausgehenden 19. Jahrhundert war nicht wirklich alles gut in den Betrieben. Die industrielle Revolution hatte gerade eine neue Arbeitskultur geschaffen. Fabrikanten setzten vermehrt Maschinen ein, um ihre Waren produzieren zu lassen. Aber es gab weder Arbeitsschutz- noch Unfallverhütungsvorschriften. Durch die ungeschützten Maschinen waren schwere, oftmals tödliche Unfälle an der Tagesordnung. Doch von Erster Hilfe in den Betrieben hatte damals noch niemand etwas gehört. Und einen Rettungsdienst im heutigen Sinne gab es nicht. Die Verletzten wurden meist einfach unversorgt nach Hause geschickt oder gebracht. Viele konnten hiernach nie wieder arbeiten oder verstarben sogar an den Folgen des Unfalls.

Im Jahr 1888 ergriffen sechs Zimmerleute in Berlin die Initiative. Gegen viele Widerstände organisierten sie den ersten "Lehrkursus über die Erste Hilfe bei Unglücksfällen". Ziel war es, den verunglückten Arbeiterinnen und Arbeitern direkt vor Ort helfen zu können. Und zwar von den Kollegen. Denn wie wir heute alle wissen, kann die Hilfe in den ersten fünf Minuten nach einem schweren Unfall das Leben des Verunglückten retten.

Diese Zimmerleute waren die Gründerväter des Arbeiter-Samariter-Bundes. Denn aus den ersten Kursen entstand ein Verein, der sich ab 1896 "Arbeiter-Samariter-Kolonne" nannte. Die Samariter-Idee verbreitete sich schnell in weiteren deutschen Großstädten. Um 1909 schlossen sich alle bis dahin gegründeten Kolonnen zum Arbeiter-Samariter-Bund zusammen.

Vor mehr als 125 Jahren war es nur eine Idee von sechs Zimmerleuten im alten Berlin. Aber eben eine, die sich durchgesetzt hat. Und sie hat sich fortwährend entwickelt. Heute ist der ASB längst ein bundesweit tätiger, moderner Dienstleister. Er ist als gemeinnütziger Verein parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Der ASB beschäftigt bundesweit 31.180 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusätzlich engagieren sich fast 14.000 Menschen ehrenamtlich oder leisten ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD). Sie alle setzen sich dort für die Menschen ein, wo sie gebraucht werden.

Denn das Leitbild des ASB orientiert sich immer noch an den Werten, für die die Gründerväter gekämpft haben: Sich füreinander einsetzen, von Mensch zu Mensch helfen, bei gesellschaftlichen Missständen hin- und nicht wegschauen, anderen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen und ihnen dafür die Hilfe geben, die sie brauchen und möchten. Das gilt heute in jedem einzelnen von den vielfältigen Arbeitsbereichen des ASB, auch im Bergischen Land. Hier engagiert sich der ASB seit den 70er Jahren für das selbstständige Wohnen von Senioren und Menschen mit Behinderung, für die Notfallrettung und für die Ausbildung von Bürgern in Erste Hilfe-Maßnahmen.