Der ASB-Rettungsdienst in Solingen

Zum 1. August 2016 hat der Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Bergisch Land e.V. den Auftrag der Stadt Solingen erhalten, Teile des öffentlichen Rettungsdienstes sicherzustellen. Unsere Rettungsassistenten und Rettungssanitäter besetzen in Solingen nun zu verschiedenen Zeiten einen Rettungswagen sowie drei Krankenwagen.
Unser Start in Solingen wird leider weiterhin begleitet durch eine außerordentlich einseitige Berichterstattung der Online-Zeitung „Solinger Bote“.
Bereits Anfang August hat die Online-Zeitung „Solinger Bote“ einen schlecht recherchierten Bericht über den ASB-Start in Solingen veröffentlicht. Darin wurden Unwahrheiten verbreitet und falsche Eindrücke erweckt. Wir mussten uns hiergegen rechtlich wehren. Auf eine anwaltliche Abmahnung vom 02.08.2016 gab die Solinger Bote Verlags UG (haftungsbeschränkt) am 09.08.2016 in allen beanstandeten Punkten eine strafbewehrte Unterlassungserklärung ab, die wir angenommen haben.
Leider geht die einseitige tendenziöse Berichterstattung weiter. Wir möchten es an dieser Stelle bei dem Begriff „einseitig“ belassen, es gäbe andere Worte dafür! Die Intention, die hinter dieser Form der Berichterstattung liegt, ist uns leider noch unbekannt.

Auf diesem Hintergrund haben wir für Sie im Folgenden die wichtigsten Informationen zusammengefasst, wie sie sich tatsächlich darstellen. Vorab sei schon versichert, dass es von unserer Seite nie irgendwelche Geheimhaltungen, Verschleierungen oder Kungeleien gegeben hat.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst

Unsere Teams setzen sich aus Rettungsassistenten (w/m) mit einer zweijährigen Berufsausbildung sowie Rettungssanitätern (w/m), die nach einem kurzen fachbezogenen Lehrgang die Arbeit der Rettungsassistenten unterstützen, zusammen.
Zur Unterscheidung der Funktionen: Rettungsmaßnahmen werden ausschließlich von Rettungsassistenten wahrgenommen. Rettungssanitäter hingegen sind im Rahmen eines dreimonatigen Fachlehrgangs dazu ausgebildet, die Patientenbetreuung beim Krankentransport sowie eine Helferfunktion in der Notfallrettung wahrzunehmen. Rettungssanitäter haben damit keine anerkannte Berufsausbildung – im Gegensatz zu den deutlich höher qualifizierten Rettungsassistenten.
Die Gehälter bemessen sich nach Qualifikation, Berufserfahrung und Betriebszugehörigkeit. Sie liegen bei unseren Rettungsassistenten zwischen 1950 € (im ersten Jahr ohne Berufserfahrung) und 2750 € brutto monatlich. Hinzu kommen jeden Monat erhebliche z. T. steuerfreie Zuschläge für die Nachtarbeit und Dienste an Wochenenden und Feiertagen. Außerdem werden telefonische Rufbereitschaften mit einer Pauschale abgegolten. Rettungsassistenten und Rettungssanitäter werden beim ASB – anders als in der Branche üblich – unbefristet beschäftigt.
Rettungssanitäter verdienen beim ASB bis zu 2100 € brutto zuzüglich der genannten Zuschläge pro Monat. Berufsanfänger starten in der Tat mit 1550 € brutto plus Zulagen.
Dieser Bruttolohn von 1550 € ist tatsächlich genau der Einzelfall und nicht der Regelfall.
Das ist ein Vertrag für junge Leute, die nach ihrer dreimonatigen Fortbildung zunächst einmal Praxiserfahrung sammeln müssen, sie sind weiterhin Lernende. Bereits im zweiten Berufsjahr steigt schon die Vergütung. Hiernach ergreifen die meisten Mitarbeitenden (w/m) aber die Chance, sich - gefördert durch den ASB - zum Rettungsassistenten oder in Zukunft Notfallsanitäter, weiterqualifizieren zu lassen. Oder sie nehmen ein einschlägiges Studium auf.
Dadurch, dass der „Bote“ aber immer wieder diesen einen Vertrag in den Vordergrund holt, soll der Eindruck erweckt werden, dass dieser Vertrag der Regelfall ist. Das ist NICHT der Fall. Anderenfalls würde es ja bedeuten, dass der ASB den Rettungsdienst in Solingen allein mit Berufsanfängern auf die Beine stellen würde. Tatsache ist aber, dass in Solingen von 22 Mitarbeitenden lediglich 3 Personen diesen Vertrag haben. Bitte glauben Sie Niemandem, der versucht den Eindruck zu erwecken, dass man einen professionellen, gut funktionierenden Rettungsdienst nur mit Berufsanfängern durchführen könnte.


Der ASB Bergisch Land e.V. ist eine angesehene Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation. Wir erfüllen mit 311 hauptamtlichen sowie 96 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheits- und Sozialbereich außerordentlich wichtige gesellschaftliche Aufgaben. Wir haben einen sehr guten Ruf. Bereits 1926 war der ASB mit der Kolonne Alt-Solingen in Solingen tätig. Im Bereich Rettungsdienst und Krankentransport sowie Katastrophenschutz und Sanitätsdienst verfügen wir über eine jahrzehntelange Erfahrung. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hochmotiviert und hochqualifiziert. Natürlich sind auch Lernende dabei. Wie sollten sie sonst Erfahrungen sammeln und ihre Qualifikation erreichen können. Unsere Mitarbeitenden fühlen sich wohl bei uns. Auch dies ist mittlerweile in Solingen bekannt geworden. Dafür spricht auch die Tatsache, dass der ASB Bergisch Land in den Jahren 2011 und 2013 bei dem Wettbewerb „Great Place to Work“ den Preis als einer der besten Arbeitgeber im Gesundheitswesen erhalten hat. Sollte jetzt jemand fragen, warum nur in diesen beiden Jahren, so lautet die Antwort, dass wir ausschließlich in diesen beiden Jahren am Wettbewerb teilgenommen haben.
Unsere Mitarbeitenden stehen hinter uns, worüber wir uns sehr freuen. Und es ist sehr traurig zu erleben, dass sie dafür auf der Facebookseite des "Boten" beleidigt werden.

Für alle Mitarbeiter (w/m) im Rettungsdienst des ASB gilt zudem, dass Bereitschaftszeiten, die in die reguläre Dienstzeit fallen, voll bezahlt werden. Damit geht der ASB selbst über die Regelungen der meisten tarifgebundenen Verbände hinaus, bei denen Bereitschaftszeiten nur teilweise angerechnet werden. D. h. unsere Arbeitsverträge sind echte 40-Stunden-Verträge. Bei den meisten tarifgebundenen Verbänden ist dagegen aufgrund der Anrechnung von Bereitschaftszeiten die Präsenzzeit der Mitarbeiter auf bis zu 48 Stunden erhöht. Wenn man sich diese Tatsache einmal genau anschaut, dann sieht das mit den angegebenen Gehältern schon ganz anders aus.
Darüber hinaus zahlt der ASB seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Jahresbonus und beteiligt sich an der betrieblichen Altersversorgung mit einem Arbeitgeberzuschuss in Form der Aufstockung des gesparten Eigenbetrages der Mitarbeiter in Höhe von 30 Prozent.

Alle unsere Mitarbeitenden für Solingen wurden durch Schulungen an der Rettungsassistentenschule der Feuerwehr auf den Dienst in der Stadt vorbereitet. Dabei spielten neben dem Aufbau und den Verfahrensweisen des Rettungsdienstes in Solingen sowie die Geräteeinweisungen auch die örtlichen Gegebenheiten eine große Rolle. So wurden die wichtigsten Anfahrtspunkte wie Krankenhäuser und Arztpraxen besichtigt.

Unsere Fahrzeuge, deren Standplätze und die Standortfrage

Die ASB-Teams sind derzeit in den städtischen Feuerwachen Ohligs sowie Wald stationiert. Von hier aus wird der Regeldienst in Solingen (Besetzung eines städtischen Rettungswagens sowie 3 städtischer Krankenwagen) durchgeführt.
Wir versichern, dass der ASB Bergisch Land rechtzeitig vor Abgabe des Gebots mit dem entsprechenden Makler in Verhandlungen über den Standort in der Löhdorfer Straße eingetreten ist und dieser bestätigt hat, dass einer Übernahme nichts im Wege stehe. Die Tatsache, dass der Eigentümer EINEN Tag vor der Vergabe sein Angebot zurückzieht, kam für Alle (einschließlich Makler – seine diesbezügliche Email liegt ja vor) völlig überraschend. Dies durfte ja nicht uns als Bieter zum Nachteil ausgelegt werden.
Gemäß Ziffer 6.13 der Ausschreibungsanforderungen stand allen Bietern die Möglichkeit offen, dass sie bis zum 01.02.2017 vom Rettungsdienst-Träger (Stadt Solingen) zur Verfügung gestellte Standorte nutzen können. Diese Möglichkeit nutzt der ASB. Hierdurch entstehende Sach- und Mehrkosten der Stadt Solingen sind vom ASB zu tragen. Wir arbeiten zügig daran, einen eigenen Standort bis zum 1.2.2017 aufzubauen.

Unsere organisationseigenen Fahrzeuge für den Einsatz im sogenannten Spitzenbedarf sind NICHT alt. Für den Spitzenbedarf im Rettungsdienst halten wir im Stadtgebiet Solingen einen organisationseigenen Rettungstransportwagen (RTW) vor. Speziell hierfür wurde ein neuwertiger RTW (1 Jahr alt, KM-Stand 8000) beschafft. Dieser wurde am 1. August von uns übernommen und hiernach mit neuester Medizintechnik ausgestattet. Die Ausstattung entspricht derjenigen der Einsatzfahrzeuge der Berufsfeuerwehr, verfügt aber sogar über ein deutlich moderneres Beatmungsgerät.
Für den Spitzenbedarf im Krankentransportbereich halten wir einen vollausgestatteten Krankentransportwagen (T5-KTW) vor, der über den gleichen Ausbau wie Fahrzeuge der Feuerwehr Solingen verfügt. Dieses Fahrzeug ist 8 Jahre alt. Für größere Einsatzlagen stehen zudem ein weiterer Rettungswagen, weitere Krankenwagen und ein „Gerätewagen Rettungsdienst“ des ASB bereit.

In seinem Artikel von Samstag, den 20.8. hat der „Bote“ nun versucht, die Frage des ASB-Standortes mit den StandPLÄTZEN (Parkplätzen) unserer eigenen Fahrzeuge, die wir für den Spitzenbedarf vorhalten, zu vermischen. Gleichzeitig hat er wieder Unterstellungen eingebracht, die dazu angetan sind, unseren Ruf in Solingen zu schädigen, indem er uns ein weiteres Mal in die Nähe von Geheimniskrämerei und Kungelei bringt.
Es geht darum, dass unser organisationseigener RTW vom 1.-9.8. am Dycker Feld gestanden hat, seit dem 10.8. steht er nun in einer Halle des DRK in der Florastraße. Die städtischen Stellen wurden umgehend über die Umsetzung informiert. Der KTW steht an der Feuerwache 3 am Frankfurter Damm.


Hierzu folgendes:
Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass im Moment der Aktivierung des Spitzenbedarfs noch kein konkreter Einsatzfall besteht. D. h. nach der Aktivierung ist es die Aufgabe des ASB, das Fahrzeug in einer vertraglich vereinbarten Zeit mit Personal zu besetzen. Nach Besetzung des Fahrzeugs verbleiben die Mitarbeiter nicht am Standplatz des Fahrzeugs, sondern fahren zu einem von der Rettungsleitstelle zugewiesenen Standort, das kann z. B. eine Feuerwache in Solingen sein oder ein anderer strategisch günstiger Standort. Dort wartet das Personal dann auf mögliche Einsatzaufträge durch die Leitstelle. Dort wird von den Mitarbeitenden auch die vorgeschriebene Pause eingehalten.

Der reine Standplatz des Fahrzeugs muss also die folgenden vertraglich vereinbarten Voraussetzungen erfüllen:
1) Das Fahrzeug muss auf Solinger Gebiet stehen.
2) Das Fahrzeug muss sicher und geschützt stehen, da es einen hohen Wert darstellt und Medikamente auf dem Fahrzeug verladen sind.
3) Es muss ein Stromanschluss vorhanden sein.
4) Es muss eine Umkleidemöglichkeit vorhanden sein.
5) Bei Aktivierung des Spitzenbedarfs muss das Fahrzeug innerhalb der vertraglich vereinbarten Zeit von den Mitarbeitern, die aus der Rufbereitschaft gerufen werden, besetzt werden. (Achtung! Es besteht bis hierher noch kein konkreter Einsatzfall.)

Dies ist Aufgabe des ASB und diese wird sichergestellt. Für die genannten Voraussetzungen hat es keine Bedeutung, an welcher Adresse das Fahrzeug steht. Das Fahrzeug (RTW) hat vom 1.-9.8. in der Tat am Dycker Feld gestanden. Dort erschien uns die Sicherheit des Fahrzeugs allerdings nicht ausreichend gewährleistet! Seit dem 10.8. steht der RTW nun sicher und strategisch günstig in der Florastraße. Morgen oder in einer Woche oder in einem Monat KÖNNTE das Fahrzeug auch woanders stehen. Es könnte sogar täglich woanders stehen. Einzig und allein von Bedeutung ist es, dass die o. g. Voraussetzungen eingehalten werden. Und das werden sie. Dass sich die Adresse eines KFZ-Standplatzes ändert hat nichts mit einer Geheimsache zu tun und ist schon gar nicht verwerflich. Diese Art der Berichterstattung kann nur einzig und alleine das Ziel haben, den Ruf des ASB in Solingen zu schädigen.
Die Mitarbeiterpausen werden nicht am Fahrzeug-Standplatz gemacht und auch nicht die Desinfektion der ASB-Fahrzeuge. Die Fahrzeuge werden von unseren Mitarbeitern gemäß den Vorgaben des Trägers und Empfehlung des VAH und des RKI regelmäßig desinfiziert und gereinigt. Da es sich bei den Fahrzeugen des Spitzenbedarfes auch um Fahrzeuge des öffentlichen Rettungsdienstes handelt, wird die Desinfektion gemäß Leistungsbeschreibung und Vorgabe des Trägers selbstverständlich auf der Feuer- und Rettungswache 3, Frankfurter Damm, durchgeführt. Auch das ist ganz normal.

Der ASB Regionalverband Bergisch Land e.V.

Der Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Bergisch Land e.V. umfasst die Gebiete Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis, Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal. Wir sind als Wohlfahrts- und Hilfsorganisation in unserem Gebiet tätig und unterhalten derzeit Geschäftsstellen in Bergisch Gladbach, Burscheid, Wuppertal und Leverkusen mit unterschiedlichen Dienstleistungsangeboten. Dabei spielt der Rettungsdienst seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle.
Im Bereich Rettungswesen und Notfallvorsorge unterhält der Regionalverband je eine hauptamtliche Rettungswache in Burscheid und in Wuppertal und ist weiterhin an verschieden Rettungswachen der Berufsfeuerwehr Wuppertal vertreten und besetzt dort Fahrzeuge im Rettungsdienst und Krankentransport. Zudem entsenden wir Mitarbeiter in die integrierte „Leitstelle Wupper“ zur Disposition der Krankentransporte und Rettungsdiensteinsätze in Wuppertal.
Zusätzlich unterhalten wir zwei Einsatzeinheiten des Katastrophenschutzes im Rheinisch-Bergischen Kreis und in Wuppertal. Die Einsatzbereitschaft des Rettungsdienstes, des erweiterten Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes wird durch knapp 50 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichergestellt, die von etwa 60 ehrenamtlichen Kräften unterstützt werden. Im vergangenen Jahr wurden durch diese Teams 412 Sanitätsdienste unterschiedlicher Größe in der Region geleistet.
In Solingen wird der ASB neben der Arbeit im Rettungsdienst künftig wieder präsenter sein und zunehmend professionelle und ehrenamtliche Strukturen aufbauen.
Wenn Sie mehr über unsere Arbeit erfahren wollen, stehen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Bild vergrößern
Bild vergrößern

Veröffentlicht: Dienstag, 09. August 2016, 18:00 Uhr

Aktualisierung: Montag, 22. August 2016, 07:30 Uhr