News zum Katastrophenschutz

ÜMANV-Übung in Euskirchen am 10.06.2017

Zahlreiche Einsatzkräfte üben für einen Massenanfall von Verletzten
Unvorhersehbare Naturkatastrophen und aktuelle terroristische Bedrohungen fordern die Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes immer aufs Neue heraus. Daher werden die Konzepte in der Gefahrenabwehr regelmäßig überarbeitet und gemeinsam von Feuerwehren, technischen Hilfswerk und Hilfsorganisationen, wie der Arbeiter-Samariter-Bund, geübt um auf einen Massenanfall von Verletzten (MANV) vorbereitet zu sein. Dieses Szenario steht stellvertretend auch für andere Ursachen, die zu vielen Erkrankten oder Verletzten führen, wie bei einem Zugunglück oder einem Flugzeugabsturz. Glücklicherweise ereignen sich solche Unglücke nur selten. Dennoch müssen die Einsatzabläufe stetig geübt, geprüft und verbessert werden.


Genau das haben unsere Einsatzkräfte vom ASB RV Bergisch Land an diesem Samstag getan. Bei einer Übung zur Überörtlichen Hilfe bei einem Massenanfall von Verletzten (ÜMANV) ging es vorrangig um die Zeiterfassung wie lange es dauert bis alle Verletzen/Erkrankten aus der Patientenablage an der Einsatzstelle in ein Krankenhaus gebracht werden, welches die notwendigen Fachbereiche für das Verletzungsmuster oder die Erkrankung bereit hält. Initiiert wurde die Übung von der Rheinischen Projektgruppe „ÜMANV“ mit Unterstützung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, sowie des DRK und der Feuerwehren im Kreis Euskirchen. Auf dem Gelände der Kaserne Bleiberg bei Euskirchen übten rund 400 Einsatzkräfte aus Hilfsorganisationen und Rettungsdienst den Abtransport der Patienten von den acht Patientenablagen zu den Krankenhäusern. Fünf Personentransportzüge (PT-Z 10), die bis zu 10 Patienten aufnehmen können, standen bereit um genügend Transportkapazität vorzuhalten. Ein PT-Z 10 besteht aus 4 Rettungswagen (RTW) und 4 Krankentransportwagen (KTW) sowieso wie einem Führungsfahrzeug (KdoW) und 2 Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF). Aus taktischen Gründen wurden bei der Übung die NEFs und RTWs allerdings zu Notarztwagen (NAW) kombiniert. Auch wurde der Schwerpunkt der Übung nicht auf die medizinische Versorgung, sondern auf die Transportorganisation gelegt, sodass die Patienten in der Patientenablage lediglich durch laminierte DIN-A5 Karten mit darauf beschriebenen Symptomen simuliert wurden. Rund vier Stunden nahmen die Rettungsmittel Patienten auf und verbrachten diese virtuell in umliegende Krankenhäuser. Die Fahrtzeiten zu den Krankenhäusern wurden somit nicht real durchgeführt, sondern durch den Computer berechnet. Um die Transportzeiten zu überbrücken wurden nach der Abgabe der Patientenkarte am Einsatzleitwagen (ELW) die Funkkennung der Fahrzeuge geändert und neue PT-Z 10 gebildet. So konnte ein stetiger Wechsel der Rettungsmittel dargestellt werden. Die Rettungsleitstellen in den Kreisfreien Städten und Kreisen aus denen die Einsatzkräfte angerückt waren, beteiligten sich ebenfalls virtuell an der Übung und simulierten das Einrichten einer Lotsenstelle, um ortsfremde Rettungsmittel zu den Krankenhäusern zu lotsen. Die Übung konnte in der dafür vorgesehenen Zeit vollständig abgearbeitet werden und die Initiatoren gaben sich rundum zufrieden. Die genauen Details der Übung werden jetzt noch ausgearbeitet und evaluiert.
Mit guter Laune rückte der PT-Z 10 des Rheinisch-Bergischen-Kreises, bestehend aus den Einsatzeinheiten von ASB und DRK gegen 16:00 Uhr in Euskirchen ab um die Wache anzufahren. In Bergisch Gladbach gab es dann noch eine Abschlussbesprechung, bei der die Zusammenarbeit zwischen den Einheiten und das Verhalten beim Fahren im Verband gelobt wurden. Gegen 17:30 Uhr beendete der Leiter des PT-Z 10; Dennis Bracht (ASB) und Organisatorischer Leiter Rettungsdienst des PT-Z 10 Malte Polke (DRK) den Einsatz. Wir danken allen Einsatzkräften für ihr Engagement und ihre Einsatzbereitschaft!