Ein kleines Haus am Kirchplatz in Refrath, von außen eher unauffällig. Doch wer durch die Glastür tritt, wird direkt von einem bunten Schild begrüßt: „Willkommen Zuhause!“
Und genau dieses Gefühl stellt sich hier schnell ein. In der Wohngemeinschaft am Kirchplatz leben Menschen mit Behinderung in einer unterstützenden und inklusiven Umgebung. Ein inklusives Zuhause mit Herz, Struktur und einer großen Portion Menschlichkeit. Jede:r Bewohner:in verfügt über ein eigenes Zimmer, liebevoll eingerichtet, mit persönlichen Dingen, Erinnerungen und ganz viel Individualität.
Ein engagiertes Team aus erfahrenen Assistent:innen bringt nicht nur Kompetenz, sondern auch viel Herzblut und Humor mit in den Alltag.
Schon beim Eintreten spürt man es: Wärme, Kreativität und Leben. Eine große, rollstuhlgerechte Küche lädt zum gemeinsamen Kochen ein. Im Wohn- und Esszimmer wird erzählt, gelacht, gespielt – hier passiert echtes Miteinander.
Die Lage? Einfach ideal: Mitten im Zentrum. Die Wohngemeinschaft liegt direkt am Kirchplatz, ein echter Glücksgriff, wie Mathilde Overath im Interview betont.
„Man hat hier wirklich alles, was man fürs tägliche Leben braucht, egal ob Bäcker, Supermarkt, Apotheke, alles direkt vor der Tür. Und das Schönste ist: Die Verkäufer:innen kennen uns, wissen Bescheid und bringen immer eine Engelsruhe mit. Das macht den Alltag so viel angenehmer.“
Der Tagesablauf ist strukturiert und fördert die Selbstständigkeit so weit es möglich ist: morgens werden die Bewohner:innen geweckt und für die Werkstatt abgeholt und nachmittags wieder zurück. Anschließend organisieren sie mit Unterstützung der Assistenzen den weiteren Tagesablauf, beteiligen sich am Haushalt oder erledigen Einkäufe. Freizeitaktivitäten wie Reha-Sport, Schwimmen, Reiten, Kegeln oder assistierte Fahrradtouren bieten Abwechslung und fördern die Gemeinschaft. Ein festes Ritual ist das Abendessen. Hier treffen sich alle, erzählen vom Tag, hören einander zu, ein wertvoller Moment.
Im Gespräch mit unserer Kollegin Mathilde Overath wird schnell klar, was diese Wohngemeinschaft besonders macht: ”Fast alles ist möglich. Vor allem haben wir hier in der Wohngemeinschaft ZEIT für die Bewohner:innen, für Gespräche Austausch und Planung (einmal wöchentlich im Team) in einer entspannten und fröhlichen Atmosphäre.“
Mathilde betont dabei immer wieder: „Die Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner:innen stehen bei uns an oberster Stelle. Wir Assistent:innen sind in erster Linie Gäste. Wir sind da, um zu unterstützen, nicht zu bestimmen.“
Rund um die Uhr stehen Assistenzen zur Verfügung, die die Bewohner:innen in allen persönlichen Belangen unterstützen. Ein eigenes Zimmer für die Nachtbereitschaft gewährleistet dabei eine kontinuierliche Betreuung. Die Assistenzleistungen werden im Rahmen des trägerübergreifenden persönlichen Budgets durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) bereitgestellt. „Die offene Kommunikation in alle Richtungen – mit den Bewohner:innen, im Team, mit Angehörigen und anderen Beteiligten, ist für uns der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Mathilde zum Abschluss unseres Gesprächs.
Dieser Austausch ist die Basis für Vertrauen, Verlässlichkeit und ein wertschätzendes Miteinander. Das sogenannte „Haus Blabla“ ist ein Treffpunkt für alle Betroffenen dieser WG, benannt von einer Bewohnerin selbst – weil hier alles gesagt werden darf. Hier wird nicht über, sondern mit den Bewohner:innen gesprochen.
Gemeinsam werden Wünsche, Ideen oder auch mal Probleme besprochen – in offener, wertschätzender Runde. Was daraus oft entsteht? Neue Lösungen, neue Stärken und manchmal sogar kleine Wunder.
Das „Haus Blabla“ ist dafür ein wunderbares Beispiel gelebter Teilhabe und gegenseitigen Respekts.
Die Wohngemeinschaft Kirchplatz bietet Menschen mit Behinderung ein selbst bestimmtes Leben in einer unterstützenden Gemeinschaft. Durch die Kombination aus individueller Assistenz und gemeinschaftlichem Wohnen entsteht ein Umfeld, das sowohl Sicherheit als auch persönliche Entfaltung ermöglicht. Der Leitspruch am Eingang der WG fasst all das noch einmal kurz und eindrucksvoll zusammen und wird hier zu 100 % gelebt.


